Mit Latein unterwegs
Römische Geschichte „live“ erfahren können unsere Schülerinnen und Schüler auf Fahrten, die am Ignaz inzwischen zu einer schönen Tradition geworden sind:
Kistenweise Fundstücke!
Was haben eine Schreibtafel mit der Klage römischer Soldaten am Hadrianswall, dass ihnen das Bier ausgegangen ist („ceruesam commilitones non habunt quam rogo iubeas mitti“) und man ihnen doch bitte Nachschub schicken möge, eine antike WhatsApp und der Thesaurus Linguae Latinae, „das Schatzhaus der lateinischen Sprache“ miteinander zu tun?
Um das herauszufinden nahmen die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c einen Ausflug zur Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wo seit 1894 ein umfassendes, einsprachiges Wörterbuch der lateinischen Sprache erstellt wird.
In einem spannenden und interaktiven Vortrag brachte Herr Dr. Flieger den Schülerinnen und Schülern nahe, dass auch die Römer schon Nachrichten im Stil von WhatsApp-Nachrichten verfassten nebst Schreibfehlern und Verkürzungen.
Da die Lexikographen alle überlieferten Texte von der Eile bekritzelten Holztafel bis hin zu Vergils Aeneis nach Belegstellen durchkämmen, findet auch das von den Soldaten verwendete Wort „ceruesa“ (Bier) Eingang in einen von hunderten von Zettelkästen, in denen zunächst in einer Art analogen Datenbank die Fundstellen aller Wörter gesammelt werden. Erst wenn alle Belegstellen vorliegen, kann der Lexikoneintrag verfasst werden.
Großes Erstaunen löste die Erkenntnis aus, dass es durchaus sinnvoll sein kann ein einsprachiges Lexikon zu verfassen, da Philologen in aller Welt die Bedeutungen in ihre Sprachen übertragen können.
Da das Lexikon erst im Jahre 2050 abgeschlossen sein wird, werden noch viele Lateinlernende die Gelegenheit haben, die Entstehung eines Lexikons quasi live zu erleben.
Marion Huber-Eck
Ein Besuch im Bedaium in Seebruck
5. Klassen entdecken die Römer bei uns — Um auf Spuren der Römer treffen, muss man nicht bis nach Italien fahren: Nicht weit von Rosenheim – in Seebruck am Chiemsee – befinden sich Überreste des römischen Ortes Bedaium. Er lag an einer wichtigen Römerstraße, die von Salzburg nach Augsburg führte.
Die Klassen 5b und 5d besuchten im Juli 2025 im Römermuseum Bedaium den Legionär Quintus Tiberius Octavius und seine Frau. Eindrucksvoll sah der Legionär aus: Er war in ein Legionärsgewand mit Kettenhemd gekleidet, trug Römersandalen und war mit Schwertern bewaffnet. Auch seine Frau begrüßte uns im typischen Römergewand. Beide hauchten der römischen Geschichte des Ortes Leben ein und zeigten, wie die Römer damals den Alltag verbrachten, ihre Felder bewirtschafteten, jagten und Wein anbauten. Die Kinder durften testen, wie es sich anfühlt mit einem schweren Marschgepäck zu gehen. Man durfte Korn zwischen zwei Mahlsteinen mahlen, mit einem Griffel in eine Wachstafel schreiben und sogar eine antike Schere ausprobieren, die besser schnitt als die im Federmäppchen. Durch ein Rollenspiel in historischen Gewändern einer römischen Familie erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welchen Einfluss der Familienvater (pater familias) auf die anderen Familienmitglieder hatte: Er war der alleinige Herrscher innerhalb seiner Familie und hatte die volle Gewalt über alle Familienmitglieder Z.B. musste ihm ein neugeborenes Kind vor die Füße gelegt werden. Indem er es aufhob, erkannte er das Baby als sein eigenes an. Und die Mutter? Sie hatte keine rechtliche Macht und war hauptsächlich für den Haushalt und die Kindererziehung zuständig. Mädchen wurden oft früh verheiratet.
Wie gut, dass sich da im Lauf der Zeit einiges geändert hat!
Fahrt nach Rom
Alle Wege führen nach Rom – für Ignazler spätestens in der Oberstufe. Über die "ewige Stadt" könnte man ewig reden. Für uns ist klar: Rom muss man erleben! HIER geht's zur letzten Fahrt.
Fahrt nach Regensburg
In der siebten Klasse machen sich unsere Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche in der "nördlichsten Stadt Italiens": Regensburg. Hier gibt es nicht nur die dicken Mauern des einstigen Legionslagers "Castra Regina" zu bestaunen, sondern im Historischen Museum kann man auch selbst erkunden, wie die Römer in der Provinz Werkzeuge herstellten, kochten, spielten, badeten und schrieben. Der gewaltige gotische Dom, das Rathaus der alten Reichsstadt und die Steinerne Brücke erzählen vom Reichtum und der Bedeutung Regensburgs im Mittelalter. Allerdings hatte der Glanz auch seine unappetitliche Kehrseite. Jedenfalls dürfen sich unsere Schüler glücklich schätzen, dass sie heute auf den Straßen nicht mehr knöcheltief durch den Unrat steigen müssen, der nicht selten aus den Fenstern gekippt wurde. HIER geht's zur letzten Fahrt.
Antike ganz nah
Die Klassen 10 und 10c besuchen Ausstellung "Neues Licht aus Pompeji" und die Glyptothek in München — Wenn es dunkel wird, schalten wir heute ganz bequem elektrisches Licht ein. Nicht so im alten Pompeji: Nur mit Olivenöl betriebene Lampen sorgten für eine nur mäßige Beleuchtung – auch unter Tags in den fensterlosen Räumen einer domus. Das Licht war zwar schwach, erzeugte aber z.B. im Speiseraum, dem Triclinium, eine heimelige Stimmung. Bei einem geführten Rundgang durch die Ausstellung "Neues Licht aus Pompeji" konnten die Schüler/innen kunstvolle Leuchter aus Bronze und Terrakotta aus der einst vom Vesuv verschütteten Stadt bewundern. Es gab Lampen, die faszinierende Schatten warfen, und einige, die die für uns befremdliche Vorliebe der Römer für Erotisches zeigten. In einem nachgebauten Triclinium konnte man mit einer VR-Brille einen realistischen Eindruck von einem zwar luxreduzierten, aber stimmungsvollen Speiseraum in Pompeji mit schönen Wandmalereien bekommen.
Beim Besuch der Glyptothek gab es die Gelegenheit, noch weiter in die Kunst der Antike einzutauchen: Mit ihrem iPad gestalteten die Schüler/innen ein Werbeplakat für die Glyptothek – umgeben von lebensgroßen Skulpturen von griechischen Göttern und Helden.
Anne Lexa, März 2023






























