HEUREKA!
Gedankenblitze in Syrakus
„Ich hab's!“ — Wer kennt sie nicht, die Geschichte? Archimedes brütet. Stundenlang, ja tagelang schon martert er sein Gehirn. Hieron, der frischbackene Tyrann von Syrakus, hatte ihn gebeten, eine Krone unter die Lupe zu nehmen, die jener bei einem Goldschmied in Auftrag gegeben hatte: War diese fake oder real? War sie – wie vereinbart – aus purem Gold oder mit billigerem Silber gestreckt? Der Tyrann – muss man wissen – hegte den Verdacht, dass man ihn übers Ohr gehauen hatte.
Archimedes saß also da und dachte. Wirklich konkret wird die Legende hier eigentlich nicht. Aber wir können uns vorstellen, dass selbst der berühmteste Mathematiker, Physiker und Daniel Düsentrieb der Antike irgendwann völlig frustriert vor seiner Aufgabe kapitulierte. Er stand vor einem Problem, das er einfach nicht lösen konnte und das ihn schon fast wahnsinnig machte. Was lag da näher als ein kreative Pause? In Frank Schwiegers Buch Ich, Kleopatra, und die alten Ägypter (das übrigens auch in unserer Schulbib verfügbar ist!) lesen wir weiter (S. 218f.):
„Um sich zu entspannen, legte er sich in eine Badewanne. Als er hineinstieg und das Wasser überschwappte, kam er plötzlich auf die Lösung. Er war darüber so glücklich, dass er sofort aus der Wanne sprang, auf die Straße rannte und laut jubelnd durch Syrakus lief. Dabei soll er immer wieder Ich hab᾿s gefunden, ich hab᾿s gefunden! gerufen haben.“ Archimedes war allerdings so außer sich vor Freude, dass er vergessen hatte, sich „ein Handtuch um die Hüften zu legen. Er rannte splitterfasernackt durch die Straßen“ …
Was Archimedes erlebt, ist – so könnte man sagen – typisch für den Griechischunterricht und unser humanistisches Gymnasium: Hier winken nahezu an jeder Ecke HEUREKA-Momente, wo uns – bei der Beschäftigung mit den sprachlichen und kulturellen Wurzeln Europas – plötzlich ein Licht aufgeht, eine Erkenntnis hereinbricht, Zusammenhänge unvermittelt klar werden und sich Horizonte schlagartig erweitern. Aber müssen wir dabei gleich „splitterfasernackt durch die Straßen rennen“? Natürlich nicht! Obwohl: Bei unserem sogenannten „Gymnasium“ könnte man – so rein etymologisch betrachtet – fast auf Ideen kommen. Doch das ist eine andere Geschichte.
Stefan Rütz
HEUREKA-Momente im Griechischunterricht
HEUREKA-Momente gibt es auch für unsere großen Griechen in der 12. und 13. Jahrgangsstufe. Erstmals im neuen G9 haben die nun bald ihr Abitur in der Tasche. Doch was ist nach zwei Jahren Griechisch in der Oberstufe geblieben? Dank Lotte Glaser, Emil Hegemann, Oscar Stelter und Josefine Weiß jede Menge. Sozusagen eine ganze Kiste kreativer Fundstücke, die Momente des Kurses widerspiegeln. Eine Auswahl davon ist hier in einem „Wimmelbild“ verpackt. Da möge sich nun jede(r) selbst auf die Suche machen …
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Ein Gewimmel: Momente des Kurses GR 24-26