Verona-Austausch 2026
Tränen am Bahnhof
Impressionen vom deutsch-italienischen Schüleraustausch 2026
Zwei Wochen sind es nur, die Schülerinnen und Schüler aus dem Ignaz und dem Liceo Fracastoro in Verona im Rahmen des Schüleraustausches der 11. Klassen zusammen verbringen. Aber trotzdem fließen bei einigen Tränen, als der Zug einfährt und der Abschied unausweichlich ist.
Zwei Wochen nur, aber wie viele Erlebnisse passen in diese kurze Zeit: Stadtführungen in Verona mit antiker und mittelalterlicher Baugeschichte und knurrendem Magen, Unterrichtsbesuche mit mehr oder weniger Durchblick, eine italienische Kletterhalle, eine bayrische Tanzstunde, ein beeindruckender Panorama-Blick von der Hohensalzburg auf die sonnenbeschienene Stadt, ein staunender Rundgang durch den Palazzo Ducale in Venedig, Nachmittage bei verschiedenen Freizeitaktivitäten, Fecht- oder Fußballtraining mit dem Partner oder abendliche Plauderstunden.
Der Austausch erfolgt dabei nicht nur über allererste Smalltalk-Themen wie musikalische Vorlieben, Ansichten über Schule oder Lebensgewohnheiten und Hobbies. Ausgetauscht wird auch das Umfeld: Manche vermissen vielleicht ab und zu das gewohnte eigene Bett, doch dafür werden Bekanntschaften mit Eltern, Großeltern und großen oder kleinen Geschwistern der Partner gemacht, schmusige Haustiere ins Herz geschlossen oder neues Lieblingsessen entdeckt. Austausch heißt schließlich auch, die eigene Komfort-Zone zu verlassen, sich auf unbekannte Personen und Gewohnheiten einzulassen, Kompromisse einzugehen und auch einmal die eigenen Bedürfnisse auf ihre Wichtigkeit hin zu hinterfragen. Ein Schüleraustausch ist so viel mehr als nur eine touristische Besichtigungsfahrt, er führt Menschen zusammen, hält prägende Erfahrungen bereit und bildet damit Persönlichkeiten. Wie sehr dann oft der Abschied schmerzt, beweisen die Tränen am Bahngleis.
Fazit: Wie jedes Jahr (den Schüleraustausch mit Verona gibt es seit über 20 Jahren!) hätten einige gerne noch eine Woche angehängt, andere freuten sich am Ende wieder auf daheim. Gelernt haben sicherlich alle etwas, und wenn es nur das ist: Zuerst werden einem in der Fremdsprache Schimpfwörter beigebracht, sogar in Italien ist es im Winter gelegentlich kalt und regnerisch und Möwen klauen in Venedig gerne Sandwiches.
Verona
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Italienaustausch: Allgemeines
Seit dem Schuljahr 1999/2000 wird am Ignaz-Günther-Gymnasium Italienisch als spätbeginnende Fremdsprache angeboten. Erfreulich ist, dass es bereits seit dem Schuljahr 2000/2001 auch einen dazu passenden deutsch-italienischen Austausch gibt. Unsere italienische Partnerschule ist das Liceo „Girolamo Fracastoro“ in Verona.
Durch diesen Austausch, der einen einwöchigen Aufenthalt in Verona und einen einwöchigen Gegenbesuch in Rosenheim vorsieht, haben unsere Italienisch lernenden Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, vor Ort ihre Kenntnisse in der neuen Fremdsprache anzuwenden und zu erweitern und darüber hinaus Landeskunde hautnah erleben zu können.
Der Austausch findet in der 11. Jahrgangstufe statt, und obwohl unsere Schülerinnen und Schüler zu diesem Zeitpunkt erst seit einem halben Jahr Italienisch lernen, klappt die Verständigung immer völlig problemlos und unkompliziert. Dabei wird dem europäischen Gedanken nicht zuletzt dadurch Rechnung getragen, dass eine bunte Mischung aus Deutsch, Italienisch, Englisch und teilweise auch Französisch eventuell auftretende Verständigungslücken schließt.
Non scholae, sed vitae discimus! Dieser lateinische Leitspruch wird, obwohl die Schülerinnen und Schülern Latein zu diesem Zeitpunkt abgelegt haben, durch die Anwendung des „lebendigen Nachfahren“ Italienisch in die Tat umgesetzt. Das Land, dessen Bevölkerung, Sprache und Kultur werden nicht nur über Texte aus Schulbüchern präsentiert, sondern „live“ erlebt und so erweitert der Austausch (und der bei etlichen Austauschpartnern noch lange anhaltende Kontakt) nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten, sondern bereichert die Schülerinnen und Schüler auf vielseitige Weise auch persönlich.
Neben Unterrichtsbesuchen in der Partnerschule stehen Stadtbesichtigungen, Museumsbesuche sowie Ausflüge auf dem Programm, wodurch die Schülerinnen und Schüler Verona und die nähere Umgebung, den Gardasee, Mantua, Vicenza und natürlich auch Venedig kennen lernen. Durch die Unterbringung in den Familien haben die Jugendlichen Gelegenheit, den ganz normalen Alltag ihrer Partner mitzuerleben und mehr über das italienische Familienleben zu erfahren. Für viele ist dies eine völlig neue Erfahrung, auch wenn sie schon oft in Italien waren – als Tourist erlebt man ein fremdes Land eben anders als in einer Familie.




















