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Antike Mythen – neue Welten

Gewann für ihr Bild den Sonderpreis für die künstlerische Gestaltung: Lilli Vormittag.

Rick Riordan, Percy Jackson, Diebe im Olymp ... — Ein Lektüreprojekt der Klasse 7b im Distanzunterricht

Wenn sich die Mathelehrerin Mrs. Dodds als antike Furie entpuppt, wenn der "Olymp" der Götter sich im 600. Stock des Empire State Buildings in New York befindet, dann sind wir schon mittendrin in Rick Riordans "Percy Jackson"-Welt: Der amerikanische Autor, ursprünglich Lehrer für Englisch und Geschichte, hatte sich seine modernen Mythen- Adaptionen eigentlich als Gute-Nacht-Geschichten für seine Söhne ausgedacht, bevor er schließlich vom Vollzeit-Lehrer zum Autor wurde.

In fünf Bänden zeigt er Percys Weg vom Problemkind und Schulversager zum gefeierten Sohn des Poseidon. Gerade Rick Riordans Erfolgsrezept, bekannte Götter, Helden und Ungeheuer der Antike in die moderne Welt Amerikas zu versetzen und durch witzige, originelle Einfälle zu verfremden, begeisterte die Schüler*innen der 7b immer wieder:

So ist Percys Latein- und Griechischlehrer Mr. Brunner beispielsweise in Wirklichkeit ein Kentaur – ein Wesen halb Mensch, halb Pferd – während der sadistische Wegelagerer Prokrustes (aus der antiken Theseus-Sage) seinen modernen Kunden in "Crustys Wasserbettpalast" auflauert … .

Im Rahmen der Lektüre, die während des reinen Distanzunterrichts im Februar eine willkommene Abwechslung zum Grammatik- oder Aufsatzunterricht bot, bekamen die Schüler*innen den Auftrag, folgende Textstelle kreativ in ein selbst gemaltes Bild umzusetzen:
Nach einem Trainingskampf um die Eroberung einer Flagge reinigt Percy im Bach seine Wunden, als etwas Erstaunliches passiert:
"Ich spürte, wie die Wunden in meiner Brust sich schlossen. Einige der Umstehenden schnappten nach Luft. „Hört mal, ich – ich weiß nicht, wieso ... .", sagte ich, wie um mich zu entschuldigen. "Tut mir leid …" Aber sie sahen überhaupt nicht auf meine heilenden Wunden. Sie starrten etwas über meinem Kopf an. "Percy“, sagte Annabeth und zeigte nach oben. "Äh …" Als ich aufschaute, verblich das Zeichen bereits, aber ich konnte das grün leuchtende, wirbelnde und funkelnde Hologramm noch immer erkennen: einen Speer mit drei Spitzen, einen Dreizack. (…)
"Poseidon", sagte Chiron. "Welterschütterer, Sturmbringer, Vater der Pferde. Heil dir, Percy Jackson, Sohn des Meeresgottes"
(Rick Riordan, Percy Jackson. Diebe im Olymp. Carlsen Verlag Hamburg 2011, Seite 153f.)

Zu dieser zentralen Textstelle, in der sich Poseidon erstmals offiziell zu seinem Sohn Percy bekennt, wurden insgesamt 18 Bilder von den Schüler*innen der 7b eingereicht. Dazu luden sie ihr Bild als Foto in der Lernplattform mebis hoch und im Anschluss konnte die ganze Klasse aus der digitalen Fotogalerie die folgenden drei Siegerbilder in einer anonymen Online-Abstimmung prämieren.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen des Malwettbewerbs!

Claudia Walter

Die drei Siegerbilder von Clarissa Kostic (links), Bernadette Müller (Mitte) und Chiara Harzig (rechts).

Klassenzimmertheater 2020

Anfang Februar besuchte das Junge Theater Rosenheim e.V. zwei achte Klassen des IGG. "Huck Finn" hieß ihr Stück, eine Bearbeitung des Romans "Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn".

Es gelang dem Schauspieler Andreas Schwankl als Huck, die Schüler im Nu mit an den großen Fluss Mississippi zu nehmen und zwei Stunden mit seinem Bericht von der abenteuerlichen Flucht mit dem entlaufenen Sklaven Jim in Bann zu halten — und das ohne Kulissen und große Bühne, sondern in der eigentlich nüchternen Umgebung eines Klassenzimmers.

Am Schluss beantworteten Benedikt Zimmermann (Regie) und Andreas Schwankl noch Fragen der begeisterten Schüler, die so Theater "ganz nah" erleben konnten.

Elisabeth Kreidt-Staudigl

"tschick"-Projekt in Klasse 8d (2018/19)

Was macht ein glückliches Leben aus? Welche Rolle spielen dabei Freunde? — Mit diesen und anderen spannenden Fragen beschäftigte sich die Klasse 8d im Herbst 2018, als sie im Zusammenhang mit der Lektüre des Romans "tschick" von Wolfgang Herrndorf die JugendFilmTage im Rosenheimer Citydome besuchte. Dort gab es zunächst ein breites Rahmenprogramm mit zahlreichen Mitmachstationen, an denen man sich im Gespräch, kreativ, sportlich oder auch einfach durch Zuhören mit den unterschiedlichsten Facetten des Begriffs "Glück" befassen konnte, bevor sich dann alle gemeinsam den Film "tschick" im Kino ansahen. Das Projekt wurde im Unterricht mit dem Verfassen einer Filmkritik bzw. einer Buchrezension abgeschlossen, wofür die Schülerinnen und Schüler Plakate für das Klassenzimmer gestalteten.

Cordula Forstmeier

Standbilder: Iphigenie auf Tauris

Im Deutschunterricht der Q11 (2018/19) haben die Schülerinnen und Schüler Standbilder zur ersten Szene im 1. Akt des Schauspiels "Iphigenie auf Tauris" von J. W. von Goethe, dem sogenannten Eingangsmonolog Iphigenies, geformt. Herausgekommen ist dabei Folgendes. Sehen und lesen Sie selbst! (Sabine Simmendinger)

Denn ach mich trennt das Meer von den Geliebten,
Und an dem Ufer steh´ ich lange Tage,
Das Land der Griechen mit der Seele suchend;

Iphigenie fühlt sich einsam und auf Tauris nicht wohl; sie sieht gedankenversunken über das Meer, denkt an ihre Familie und gibt sich für einige Momente ihrer Sehnsucht und Trauer hin.

O wie beschämt gesteh´ ich, dass ich dir
Mit stillem Widerwillen diene, Göttin,
Dir meiner Retterin!

Iphigenie ist im Tempel; sie spricht im Gebet zur Göttin Diana und gesteht ihr und sich selbst ein, dass sie nicht Dianas Priesterin sein möchte, auch wenn sie sie verehrt, und das erfüllt sie mit Scham über ihre eigene Undankbarkeit.

So gib auch mich den Meinen endlich wieder,
Und rette mich, die du vom Tod´ errettet,
Auch von dem Leben hier, dem zweiten Tode.

Iphigenie ist tief im Gebet versunken, sie legt all ihre Verzweiflung und Sehnsucht, gleichzeitig auch ihre Hoffnung und ihr Vertrauen in die Göttin in ihre Worte und bittet Diana, sie wieder nachhause zu bringen.