Religion und Ethik

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Fahrt nach Taizé

Jedes Jahr brechen Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe zusammen mit anderen Schulen Rosenheims in das kleine Dorf Taizé in Frankreich auf. Dorthin pilgern das gesamte Jahr über Jugendliche aus aller Welt, um die ökumenische Gemeinschaft der dortigen Brüder kennenzulernen und sich mit anderen Jugendlichen über den Glauben auszutauschen. Darüber, was künftige Taizé-Fahrer dort erwartet und was vor Ort notwendig ist, informiert der Flyer Angebote in Taizé [1.417 KB] , den Schüler in einem Projekt-Seminar zusammengestellt haben.

Taizé 2024

Tellerwaschen

Abenteuer

Bibel

Zelten

Ruhe

Letzte Woche (vom 7. bis 14. Juli) machten sich in den späten Abendstunden 31 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Ignaz sowie weitere 20 Schülerinnen und Schüler vom Karolinen- und vom Finsterwalder-Gymnasium mit dem Bus auf den langen Weg nach Taizé in der Bourgogne – eine Woche, die allen als prägendes Erlebnis in Erinnerung bleiben wird. Eine Woche lang haben wir gezeltet, gebetet, gesungen, einfach gegessen und unvergessliche Gespräche mit anderen jungen Menschen aus der ganzen Welt geführt. An einer Wand lasen wir handgekrittelt: „Taizé is heaven on earth“ – so ungefähr könnte man diese ganz besondere Woche zusammenfassen.

Natalia Lobe

Ein typischer Tag in Taizé

Der Tag in Taizé beginnt mit dem Morgengebet, bei dem – wie auch beim Mittags- und Abendgebet – hauptsächlich gesungen wird. Anschließend stellen sich alle an der Essensausgabe an, um ihr Frühstück zu bekommen, welches aus Semmeln mit Butter und Schokolade besteht (daran könnte man sich übrigens auf jeden Fall gewöhnen).

Um ca. 10 Uhr trifft man sich zur Bibeleinführung, bei der zunächst ein Bibeltext vorgestellt wird, über den dann in Kleingruppen geredet wird. Die Gruppen sind bunt gemischt: Bei uns gab es Iren, Schweden, Engländer, Franzosen und auch ziemlich viele Deutsche. Die Verständigung auf Englisch hat gut geklappt und bei den Gruppenspielen waren sowieso keine Worte nötig.

Nach dem Mittagessen wird der Nachmittag von Tag zu Tag unterschiedlich gestaltet, mal hat man gemeinschaftliche Dienste zu erledigen, mal hat man Gruppenprogramm. Außerdem gibt es die Möglichkeit, freiwillig Workshops zu besuchen. An einem Tag hatten wir beispielsweise eine Gesprächsrunde mit einem der Brüder, bei der wir erfahren haben, dass das Leben in Taizé gar nicht so streng ist, wie viele vielleicht vermuten. Um genau zu sein, beschrieb der Bruder den Tagesablauf folgendermaßen: „Wenn wir nicht beten, chillen wir.“ Auch wenn das natürlich nur Spaß war, hatten wir tatsächlich viel Freizeit. Diese konnte man nutzen, um zu dem nahegelegenen Fluss oder der Quelle St. Etienne zu gehen oder einfach auf der Picknickdecke zu liegen und Zeit mit seinen Freunden zu verbringen.

Nach dem Abendessen findet um 20.30 Uhr der Abendgottesdienst statt. Da in Taizé jeder Freitag als Karfreitag gilt, wird natürlich auch jeden Samstag Ostern gefeiert. Das ist immer etwas Besonderes, da jeder eine Kerze bekommt, die im Laufe des Gottesdienstes angezündet wird. Das sorgt für eine tolle Stimmung und sieht wirklich schön aus.

Den Rest des Abends verbrachten wir immer am Oyak, einem großen Platz, an dem es Getränke, Snacks und vor allem viele nette und offene Leute gibt. Das war eines der vielen tollen Dinge in Taizé: Man kann supereinfach neue Leute auch aus anderen Ländern kennenlernen. Am Oyak kann man sowohl Spiele spielen oder singen als auch sich einfach unterhalten. So konnten wir den Abend toll ausklingen lassen, bevor es ab in die Zelte und auf zu einem neuen schönen Tag in Taizé ging.

Erfahrungsbericht zweier Schülerinnen