Corona kreativ

Kreativer Unterricht in Zeiten von Corona

"Jeden Tag ein bisschen schlauer!"

"Ein dickes Lob" des Elternbeirats gab es für das Engagement unserer Lehrkräfte während des Lockdowns. Bei allen Schwierigkeiten, die es natürlich gibt, schätzen die Eltern, wie viel Mühe sich die Lehrkräfte für ihre Schülerinnen und Schüler geben und welche Kreativität sie dabei entfalten...

  • Eine Klasse sieht z.B. in einem Erklärvideo ihre Geschichtslehrerin mit einem Blumentopf aus Ton vor ihrer Garage stehen: "Heute erkläre ich euch, wie in der antiken Demokratie das Scherbengericht funktioniert hat!" sagt sie und zerdeppert dazu erst einmal ihren Blumentopf.
  • Eine andere Klasse bekommt in Geschichte eine Challenge: "Reise mit einer Zeitmaschine 100 Jahre in die Vergangenheit! Berichte uns von dort von den fünf größten Problemen, die die Menschen in Deutschland damals umtrieben. Du kannst uns deinen Bericht als Text, Audio oder Video in die Zukunft senden!"
Physik: Geschwindigkeit = Strecke/Zeit
  • In Physik bekommen die Schüler die Aufgabe, die Geschwindigkeit von 5 verschiedenen Objekten auf 30 m zu messen und das Ergebnis im Video festzuhalten. Die Videos, die dabei entstanden sind, sind Oscar-würdig!
  • In Englisch begibt sich die ganze Klasse per Google Earth auf eine virtuelle Reise durch die Rocky Mountains, um über diese Reise einen englischen Reisebericht zu verfassen.
  • In Sport bekommen die Schüler den Auftrag, erst einmal raus zu gehen, es liegt ja schließlich Schnee draußen. Also, Schneebälle formen — und jonglieren! Die Rückmeldung des Lehrers, der die Ergebnisse dann per Video oder Fotos übermittelt bekommt: "Ihr seid spitze!"
Deutsch: Der Charakter des Seefahrers Magellan als Word-Cloud
  • In Deutsch soll eine Klasse über "Große Entdecker" schreiben. Als Anregung sammeln die Schüler während der Online-Stunde erst einmal in einer interaktiven Word-Cloud Adjektive und Substantive, mit denen der Seefahrer Magellan zu charakterisieren ist. Je öfter ein Wort eingegeben wird, desto größer erscheint es.
  • In Geographie erstellt eine Klasse gemeinsam eine digitale Pinnwand zum Thema Seismologie: Jeder Schüler kann von zu Hause auf die Pinnwand zugreifen und Bilder, Texte, Audios oder Videos hochladen und die Posts der Mitschüler kommentieren. Die Schüler erklären sich damit gegenseitig, wann es die letzten großen Erdbeben gab, wie man sie vorhersagen kann, wie man in Japan damit umgeht und vieles mehr.
Latein: Ein paar ganz gewagte Thesen ...
  • In Mathematik bekommen die Schüler von ihrer Lehrerin eine "Bastelanleitung": "Du brauchst ein Geodreieck, ein Lineal und einen gespitzten Bleistift..." Es geht um Achsensymmetrie. Für Fragen ist die Lehrerin jederzeit über den Chat oder auf dem Handy erreichbar. Und jeden Donnerstag trifft sich die ganze Klasse in einer Videokonferenz.
  • Im Lateinunterricht einer 8. Klasse arbeiten die Schüler zu Hause auf ihren Schul-Tablets: Auf der Lernplattform erscheint ein Philosoph, der auf Lateinisch über alle Lehrer herzieht: Lehrer seien dumm und würden den Kindern nur lästiges, nutzloses Zeug beibringen. Die Schüler müssen erst versuchen, die lateinische Sprechblase zu verstehen, um an der Abstimmung teilnehmen zu können: Hat der Philosoph Recht oder nicht? Die Klasse ist sich da ganz einig: Er hat nicht Recht! Eine der Begründungen, die die Schüler eingegeben haben, lautet: "Weil wir so viele unterschiedliche Lernmethoden und viele engagierte Lehrer haben und viele nützliche Sachen unterrichtet bekommen, dass wir jeden Tag ein bisschen schlauer werden..."

Eine kleine "Blütenlese"

Keine Frage: Unseren Unterricht stellen wir uns eigentlich anders vor. Und spätestens jetzt ist allen klar: Es geht nichts über die Präsenz! Allerdings ist es in dieser komischen Zeit auch kein Wunder, dass der Unterricht eigene Wege geht. Im Folgenden ein paar weitere ganz konkrete Beispiele an Kreativem, Ausgefallenem und ganz Alltäglichem ...