Das Hope-Projekt

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Hope Jahresbericht 2005

Namaste, liebe Freunde und Unterstützer des Hope Projekts!

Bei meinen letzten Vorträgen über das Hope Projekt ist es mir immer wieder so ergangen, dass sich eine Gänsehaut ausbreitete und ich selbst kaum glauben konnte, was ich da erzählte. Fast vier Jahre ist es nun schon her, dass Manju und ich das Hope Projekt gründeten und somit zunächst 45 und inzwischen 150 Kindern im Slum Madrasy Colony in Dehra Dun Schulbildung, Mittagessen und medizinische Versorgen bieten.

Sonija 1/2002
Sonija 1/2002

Unsere Idee stand anfangs auf sehr wackeligen Beinen, wir hatten weder viel Ahnung von Pädagogik, noch viel von Entwicklungszusammenarbeit, wir hatten kein Geld und keine große Organisation hinter uns. Aber wir hatten den Kindern ein Versprechen gegeben und einen starken Willen, dieses Versprechen einzulösen. Aus den 45 Kindern, dem kleinen Klassenzimmer, zwei Lehrern und vielen Ideen sind 150 Kinder, eine kleine Schule, sechs Lehrer, eine Köchin, eine Schneiderin und viele bereits umgesetzte Ideen geworden, zu denen sich immer wieder neue gesellen. Diese Vergrößerungen in Indien waren nur möglich, weil das Fundament in Deutschland und Österreich immer größer und stabiler wurde. Der Kreis von Menschen, die sich engagiert für das Hope Projekt einsetzen, wächst ständig.

Sonija 10/2005
Sonija 10/2005

So war es auch gar nicht so schlimm, dass ich in diesem Jahr keine Möglichkeit hatte, nach Indien zu fliegen, denn es waren viele liebe Menschen im Hope Projekt, die diesen Jahresrückblick mit ihren Berichten bereichern.

Da Manju im Sommer drei Monate in Europa, davon zweieinhalb mit mir verbrachte, hatten wir genügend Zeit, uns auszutauschen, viele Vorträge zu halten und Pläne zu schmieden. Hauptsächlich beschäftigten wir uns mit der Frage der Patenschaften, Solar- Projekt Hope und dem Export von im Rahmen des Projekts hergestellten Produkten zur finanziellen Unterstützung unserer Arbeit in Indien und zur Einkommenssicherung der „vocational workers". Dazu hat Manju die Schneiderin Kant ha fest eingestellt, die mit ihrem Einkommen ihre krebskranke Mutter und fünf jüngere Geschwister ernährt. Je nach Bedarf werden Frauen zu Kanthas Unterstützung für kurze Zeit beschäftigt.

Manju und Aditi 08/2005
Manju und Aditi 08/2005

Wir konnten leider nicht, wie ursprünglich geplant, im März mit dem Patenschaftsprojekt beginnen. Der Organisationsaufwand war viel größer als gedacht, Manju war in Indien alleine, ihr Ehemann war beruflich zehn Monate mit dem Schiff unterwegs, das heißt Manju war nicht nur allein erziehende Mutter, sondern musste auch auf Lawrences wertvolle Unterstützung bei der Organisation des Hope Projekts verzichten. Und es galt viele Dinge zu regeln. Außerdem war es mir im März noch nicht gelungen, genügend Paten für die betreffenden Kinder zu finden. Doch zum Glück mussten wir die Kinder nur für kurze Zeit vertrösten: Noch im Dezember werden zehn Kinder in eine Wohngemeinschaft ziehen, wo sie von einem Ehepaar betreut werden und sich stundenweise auch mit zwei von unseren Lehrern auf den Besuch einer weiterführenden Schule ab März vorbereiten.

Manjus und Aditis (Manjus süße einjährige Tochter) langer Besuch hat mir immer wieder vor Augen geführt, in wie verschiedenen .Welten" wir aufgewachsen sind. Manjus Staunen über so manche Gepflogenheit bei uns und ihre Unsicherheit, wie man sich in bestimmten Situationen verhält, waren genau so groß wie mein Staunen und meine Unsicherheit in Indien. Um so schöner fanden wir es immer wieder, dass wir so gut zusammenarbeiten und dass wir uns wie blind vertrauen können - eine unabdingbare Grundlage für unsere Arbeit am und im Hope Projekt.

Unser Lehrerteam ist nach wie vor hoch motiviert, neben Sushil, Ganesh, Dinesh und Chaya arbeitet seit November noch Anita im Hope Projekt, die statt Sunita Unterricht in Hindi und Mathe erteilt. Sunitas Vertrag konnte aufgrund von mangelnder Zuverlässigkeit und vielen Fehlstunden nicht verlängert werden. Dank der Initiative von Lawrence, der seit Oktober wieder in Indien ist, konnte im November wieder der Unterricht für Eltern aufgenommen werden. Von vier bis fünf Uhr Nachmittags haben Eltern und andere erwachsene Slumbewohner die Möglichkeit Lesen und Schreiben zu lernen.

Schon vor zwei Jahren bestand dazu die Möglichkeit, weil das Interesse nicht mehr so groß war, waren die Nachmittagsstunden vorerst eingestellt worden. Als einige Slumbewohner den Wunsch äußerten diese Stunden wieder aufzunehmen, kamen wir dem gerne nach. Die Bitte ist ein Anzeichen für wachsende Kooperation und größeres Interesse der Slumbevölkerung für unsere Arbeit, eine Tatsache, die uns sehr erfreut und die Arbeit in Indien sehr erleichtert.

Zudem startete ein Projekt zur AIDS Prävention im Slum. Einmal im Monat werden die Bewohner mit Hilfe von großen Plakaten, Tafeln und kurzen Theaterstücken über AIDS und andere Krankheiten aufgeklärt.

Aber wir haben unser Bildungsprogramm nicht nur Indien sondern auch in Deutschland erweitert. Yvonne Maier organisierte mehrere Projekttage an verschiedenen Gymnasien bei denen Schülern in Workshops (Hindi, Sari binden, Indien Aktionsspiel) und mit einem Vortrag das Thema Indien und die Arbeit des Hope Projekts näher gebracht werden. Diese Projekttage kommen bei den Schülern gut an und auch Yvonne, Lea und ich arbeiten gerne an den Schulen.

Am 14. November war ein großer Tag für die Kinder im Hope Projekt: mit einem gemieteten Bus fuhren alle im Hope Projekt Beteiligten an einen Fluss zum Baden, Spielen und Picknicken.

Am Tag zuvor war ein großer Tag für das Hope Projekt in Deutschland gewesen. In Großkarolinenfeld fand die Gründungssitzung für den Verein Agnes Kunze Society Deutschland statt. Der bis jetzt mildtätige Verein soll ein eingeschriebener Verein werden.

Damit wird viel Verantwortung von mir genommen, Arbeiten werden auf mehrere Schultern verteilt und Entscheidungen von mehreren Personen gefallt. Als zweiter Vorstand wurde Erika Größwang aus Bad Ischl gewählt, die seit nunmehr dreieinhalb Jahren mit sehr großem Engagement das Hope Projekt durch die Herstellung von sehr schönen Geschenken und Karten unterstützt, schon mehrmals in Dehra Dun war und mir immer mit sehr guten Ratschlägen zur Seite steht. Es ist gut sie an meiner Seite zu wissen.

Zum Schatzmeister wurde mein Vater Klaus Boos gewählt. Das Spendenbelege Ausstellen nimmt immer mehr Zeit in Anspruch (was a ein gutes Zeichen ist) und es tut mir und meinem Studium sehr gut, jass ich diese Aufgabe nicht mehr selbst tätigen muss. Schriftführer ist Bernhard Sohl, dem das Hope Projekt nicht nur die schöne Homepage, sondern auch eine allzeit gute juristische Beratung verdankt.


U

m die wichtigste Intention des Vereins, die Bildung, hervorzuheben, hat Pilar Gonzalez ein schönes Logo entworfen.Es zeigt einen Lehrer und einen Schüler vor einem Buch.

Die Vereinsordnung ist die offensichtlichste Tatsache für die schöne Entwicklung, die ich zu Beginn meines Berichts angedeutet habe: der Kreis der Unterstützer (der Zeit- und Geldspender) wächst und wächst. Dieses Wachsen ist neben dem Strahlen in den Augen der Kinder die größte Auszeichnung für Manjus und meine Arbeit.

Vielen Dank bahut dhanyavaad Euch/ Ihnen allen

Carolin Boos

Das Solar-Projekt Hope

von Daniel Miller Entwicklungshilfeprojekte, wie das Projekt- Hope, definieren sich über die Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit. Doch auch die Art und Höhe des ständigen Ressourcenverbrauchs umfasst diesen ganzheitlichen Begriff und die Nutzung der endlichen Energiequellen ist definitiv nicht nachhaltig. Auch die hohen, vom örtlichen Energieversorger mangels Zähler abgeschätzten Stromkosten für den Schulbetrieb in Dehra Dun motivierten, neue Wege einzuschlagen. Die Energiepreise, vor allem für die fossilen Energieträger, sind in letzter Zeit weltweit gestiegen. Um in den Schwellen- und Entwicklungsländer die wirtschaftliche Lage nicht zu behindern, sind keine oder kaum Steuern auf Energieträger erhoben. Während wir uns über die Preissteigerungen in Deutschland beschweren, vervielfachten sich dort die kalkulierten Ausgaben für Kohle, Erdgas und Erdöl. Da das Strahlungsangebot der Sonne in Indien in etwa doppelt so groß wie in Deutschland ist, scheint es sinnvoll, sich über die Nutzung der Solarenergie Gedanken zu machen.

Aufgrund dessen wurden von Carolin, mir & Co. die verschiedensten Ideen zur Nutzung der Solarenergie bedacht. Um die hohen Stromkosten zu vermeiden wurden Pläne für eine Fotovoltaikanlage im Inselbetrieb erstellt und große Solarkocher und Paraboirinnenaniagen können die laufenden Kosten für den gasbetriebenen Herd der Schule minimieren. Aufgrund meines 3-monatlichen Entwicklungshilfeprojektes in der Nähe von Hyderabad, wo ich als ASA- Stipendiat mich um die Wasserversorgung von Kleinstdörfern der indischen Organisation VRO kümmerte, war genug Vorlaufzeit für das Solar-Projekt-Hope. So wurden vor Ort sowohl die in Indien üblichen Preise für die Anlagenkomponenten als auch die Art und Höhe der staatlichen Förderung ermittelt.

Eine kurz vor meiner Ankunft in Dehra Dun angekündigte Mietvertragsaufhebung für die Räume der Schule, ließ sich noch auf eine Mietkostenerhöhung und einem sich erneuernden Einjahresvertrag für die Mieträume verhandeln. Die hohen Anschaffungskosten für Solaranlagen aller Art machen jedoch eine mittel- bis langfristige Planung für die Rentabilität notwendig, die somit nicht gegeben ist. Außerdem ist es ein gewagtes Vorhaben in einem Slum z. B. teuere Fotovoltaikmodule aufzubauen. Somit wurden die Pläne für das Solar-Projekt- Hope (vorerst !-) begraben und ich konnte ein paar freie und schöne Tage in Dehra Dun bei Manju und dem Projekt Hope genießen.

Mit sonnigem Gruß
Daniel

Ramu 1/2002
Ramu 1/2002

Besuch im Hope Projekt
von Lea Griebl und Bernhard Söhl

Wir studieren beide in Würzburg und hatten das große Glück, Carolin kennen lernen zu dürfen. Als wir ihr von unserem Plan erzählten, im März/April diesen Jahres nach Indien zu reisen, lud sie uns ein, das Hope-Projekt zu besuchen. Das Projekt kannten wir schon aus zahlreichen Bildern und Erzählungen von Carolin - und nicht zuletzt durch das Entwerfen der Homepage.

In der Schule bereiteten uns Lehrer und Kinder einen unglaublich herzlichen Empfang mit Tanz und Gesang. Wir besuchten die verschiedenen Klassen während des Unterrichts und es war faszinierend, mit welchem Eifer sowohl Lehrer als auch Schüler bei der Sache waren. Stolz präsentierten die Kinder ihre Englischkenntnisse und ihr Wissensdurst zeigte sich auch an den vielen Fragen, mit denen sie uns löcherten. Überhaupt war es eine Freude, zu sehen, wie sich die Kinder im Vergleich zu den Fotos die wir kannten entwickelt hatten.

Man spürt förmlich, wie wohl sich die Kinder in der Schule fühlen und welches Selbstvertrauen sie daraus ziehen, Schüler sein zu dürfen. Dieses Projekt macht seinem Namen „Hope Projekt" wirklich alle Ehre!

Ramu 10/2005
Ramu 10/2005

Praktikum im Hope Projekt
von Anne Nestler

... in eine fremde Kultur einzutauchen, selbst als Fremde empfunden zu werden, neue Erfahrungen zu machen, einen anderen Kulturkreis kennen zu lernen, die Lebensbedingungen mitzuerleben, die Probleme und Sorgen von Menschen zu verstehen...in meinen Augen gab und gibt es viele Gründe die dafür sprachen und sprechen das 4. Semester, das Praxissemester, meines Studiums der Sozialen Arbeit im Ausland zu absolvieren. Besonders Indien mit seinen starken ethnischen, sprachlichen und religiösen Unterschieden und auch mit seinen ca.13 Millionen Straßenkindern stellte für mich eine große Herausforderung dar.

Ich wollte mich, nicht nur für längere Zeit als Touristin in Indien aufhalten, sondern ich wollte mich engagieren und helfen die Situation von "Menschen in schwierigen Lebenslagen" (wie es in der Fachliteratur oft genannt wird) positive zu beeinflussen, bestenfalls sogar zu verändern. Mangelnde Bildung ist weltweit häufigste Ursache für Armut, mit diesem Bewusstsein im Hinterkopf, machte ich mich auf die Suche nach einer Einsatzstelle.

Über die Homepage nahm ich Kontakt zu Carolin auf, die mich mit ihrer Begeisterung für die Arbeit und das Land beeindruckte und mich mit dem Angebot der aktiven Mitarbeit in Dehra Dun sehr glücklich machte. Dank eines Stipendiums der In Went Gesellschaft, musste auch der finanzielle Aspekt kein großes Kopfzerbrechen machen. Bildung als Chance zur Veränderung für die Kinder des Hope Projektes, mit diesem Ziel begann ich meine Arbeit in der Schule. Anfangs besuchte ich immer mit einem Lehrer gemeinsam die Klasse und wir unterrichteten sozusagen als Tandem, ich versuchte den jeweiligen Lehrer eine Hilfe zu sein und zu unterstützen, hatte aber auch Freiraum meine Unterrichtsideen mit einzubringen und umzusetzen. Nach und nach übernahm ich den Unterrichtseinheiten alleine, bei krankheitsbedingten Ausfallen von Lehrern und nach Sunits Weggang füllte ich die vorerst entstandene Lücke. Englisch, Mathe und auch Hindi mit Hilfe von Lehrern und auch oft Kindernversuchte ich mit Händen und Füßen zu vermitteln, was ich mir voreingenommen hatte. Das klappte nicht immer, führte aber oft zu viel Spaß und Belustigung aller Beteiligten.

Schnell begriff ich, dass es beim HOPE Projekt um viel mehr geht als nur um den Bildungsaspekt. Genau so wichtig sind die medizinische Versorgung, die warme Mahlzeit, die Aufklärung über Krankheiten, das gemeinsame Lachen, Singen und Tanzen, bei all diesen Dingen versuchte ich die Lehrer zu unterstützen und eigenes Wissen mit einzubringen.

D ie Begegnung mit den Kindern und Erwachsenen des HOPE Projektes hat mich verändert, meine Kommunikationsfähigkeit, meine Eigeninitiative, meine Selbständigkeit und Toleranz gefördert. Ich habe gelernt, facettenreicher zu denken und nicht vorschnell zu urteilen und eine Situation aus vielen Blickwinkeln zu betrachten. Aber ich hoffe auch, dass ich den Lehrern eine Hilfe war und dazu beitragen konnte, die Lebenssituation der Kinder während meines Aufenthaltes aber auch für die Zukunft beeinflusst, vielleicht sogar verändert zu haben.

Das Film-Projekt Hope
von Moritz Weinbeer

Nach einem hervorragenden und sehr informativen Vortrag von Carolin Boos und Manju Singh Ober ihr Hope Projekt am 17. Juli 2005 in Ulm war ich davon so begeistert, dass ich ihnen sofort meine Hilfe anbot. Vom 26. September bis 3. Oktober 2005 hielt ich mich denn auch im Hope Projekt In Dehra Dun, Indien, auf- Dankenswerterweise nahm mich Manju während dieser Zeit mit viel Herzlichkeit und Offenheit in ihre Familie auf.

Während dieser Zeit drehte ich im Projekt Szenen für einen Dokumentarfilm und konnte mir dabei ein relativ gutes Bild der Gegebenheiten im und um das Projekt machen. Zu dieser Zeit waren vier Lehrer in der Schule beschäftigt. Manju und Steve waren weitestgehend im Management tätig und nur selten im Projekt anwesend. Einige Zeit verbrachte auch eine deutsche Praktikantin in der Schule. Alle anderen im Hintergrund arbeitenden Personen des Projektes lernte ich während des Aufenthaltes nicht kennen.

Zu Anfang meines Aufenthaltes fand eine kulturelle Veranstaltung in Dehra Dun statt, auf der rund 15 Hope-Kinder sehr professionell traditionelle indische Tänze darstellten und sich in Choreographie wie auch Körperbewegung durchaus mit Kindern anderer Gruppen des Abends messen konnten.

Neben einer erstaunlicherweise äußerst kooperativen Haltung gegenüber meinen Dreharbeiten seitens der Erwachsenen und der Kinder in Hope wie auch anderer Bewohnerinnen und Bewohner von Madrasy Colony, haben die zehn Tage in Hope meinen ursprünglichen Eindruck über dieses überaus hoffnungsvolle, zukunftsträchtige Projekt nur noch gesteigert. In diesem Zusammenhang besonders hervorgehoben sei die Liebe, Zuneigung und Geduld der Lehrerinnen und Lehrer beim Unterricht dieser sozial häufig sehr vernachlässigten Kinder. Wenn diese Kinder eine Chance im späteren Leben haben sollen, dem Leben im Slum als Tagelöhner, Straßenkinder oder Drogenabhängige zu entkommen, dann nur durch die Initiative von Personen wie Carolin und Manju, die keinerlei persönlichen Einsatz scheuen und mit großer Liebe und Hingabe dieses Projekt leiten.